CUIRASS


  • ZELLER VAN ALMSICK 3 Franz-Josefs-Kai Wien, 1010 Austria

With the solo exhibition ‘Cuirass’, Zeller van Almsick is pleased to present new paintings and an installation by Minda Andrén. 

The exhibition title ‘Cuirass’ has its origin in the French cuirasse for leather armor (cuir = leather), the definition for armoring of the chest area. Used by the Romans and until the late 19th century, it is nowadays seen only on ceremonial occasions. 

While the cuirass was used for defense in close combat and was thus vitally necessary, it is often richly decorated and seen on heroic portraits of high-ranking military personas. The ornaments were very individual and the region and the blacksmith determined its origin. Minda André‘s paintings oscillate between these two opposites: the physicality of a partly existential struggle and the abstract aesthetic in which they are presented. 

For her new body of works, Andrén was inspired by ‘nude bubbling’ - a pop cultural practice consisting in partially covering pictures or videos of women and men in swimsuits with bubble patterns, to give the impression that they are naked or having sex. Andrén transports this technique onto her paintings as a pure structural element, which embraces different materialities and functions as a binding element. The repetition, which is already the basis of her work, is reinforced. The bubble matrix is not originally a means of censorship of physicality but, on the contrary, a kind of imaginative stimulus to see more than is actually present and thus for Andrén an abstract instrument of seduction. 

Behind this is a great physical commitment, which Andrén dedicates to her paintings – a devotion that takes place between destruction and restoration. The linear plastic structures, which can only be seen on closer inspection, are traces of her fingers, partly of her fingernails. Representing an act of balance between different orders that may appear to be abstract, but which are based on a narrative. 

Minda Andrén (born in 1990 in Sweden) lives and works in Vienna and is currently studying at the Academy of Fine Arts with Daniel Richter. 

Andrén has already participated in numerous group exhibitions in art galleries and off-spaces in Austria, Germany and Sweden, among others. At Galerie Bon in Stockholm, Husslehof in Frankfurt am Main and the Parallel Art Fair, Büro Weltausstellung, Mauve and Kevin Space in Vienna.

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Zeller van Almsick freut sich, mit der Soloausstellung ‚Cuirass’ neue Malerei und eine kürzlich entstandene Installation, von Minda Andrén, zu zeigen. 

Der Ausstellungstitel ‚Cuirass’ (zu Deutsch: Kürass) leitet sich von dem französischen ‚cuirasse’ für Lederpanzer (cuir = Leder) ab, der Bezeichnung für Panzerungen des Brustbereichs. Bereits zu Römerzeiten und bis ins späte 19. Jahrhundert eingesetzt, ist er heutzutage nur mehr zu zeremoniellen Anlässen zu sehen. 

Während der Kürass im Krieg zur defensiven Verteidigung im Nahkampf eingesetzt wurde und somit lebensnotwendig war, ist er oft reich verziert und auf heroischen Porträts von hochrangingen Militärs zu sehen. Die Verzierungen fielen sehr individuell aus und hingen von Region und Schmied ab. Minda Andréns Malereien oszillieren zwischen diesen beiden Gegensätzen: Der Körperlichkeit eines teils existenziellen Kampfes und der abstrakten Ästhetik, in der sie sich präsentieren. 

Für ihre neuen Arbeiten ließ sich Andrén vom „nude bubbling“ inspirieren. Eine popkulturelle Praktik, Bilder oder Videos von Frauen und Männern in Badeanzügen mit Blasenmustern partiell zu verdecken, um den Eindruck entstehen zu lassen sie seihen nackt oder haben Sex. Andrén überträgt dies auf Ihre Bilder zunächst Mal als reine Struktur, die verschiedene Stofflichkeit birgt und als bindendes Element funktioniert. Die Repetition, die ihrer Arbeit bereits zugrunde liegt, wird somit potenziert. Dabei ist die Blasenmatrix ursprünglich nicht ein Mittel der Zensur von Körperlichkeit, sondern im Gegenteil eine Art der fantasievollen Anregung mehr zu sehen, als eigentlich vorhanden ist und somit für Andrén ein abstraktes Mittel der Verführung. 

Dahinter verbirgt sich auch eine große körperliche Hingabe, die Andrén ihren Bildern widmet. Eine Hingabe, die sich zwischen Destruktion und Wiederherstellung abspielt. Die linearen plastischen Strukturen, die man erst bei näherer Betrachtung erkennt, sind Spuren ihrer Finger, teils ihrer Fingernägel. Ein Akt der Balance zwischen verschiedenen Ordnungen, die zunächst abstrakt erscheinen, denen jedoch eine Narrative zu Grunde liegt. 

Minda Andrén (*1990 Schweden) lebt und arbeitet in Wien, wo sie an der Akademie der feinen Künste bei Daniel Richter studiert. Andrén hat bereits an zahlreichen Gruppenausstellungen in Kunsträumen und Galerien in Österreich, Deutschland und Schweden teilgenommen, u.a. in der Galerie Bon in Stockholm, Husslehof in Frankfurt a.M. und der Parallel Kunstmesse, Büro Weltausstellung, Mauve und Kevin Space in Wien.